Wer kennt dies nicht?
Man ist im Urlaub und geht auf einheimischen Märkten auf Schnäppchenjagd. Der Verkäufer preist seine, eigentlich extrem teure und natürlich „originale“ Gucci- Uhr zu einem Schleuderpreis an und der Urlauber kann einfach nicht widerstehen. Zu Preisen, die oft nicht einmal ein Zehntel vom eigentlichen Verkaufspreis betragen, werden Tausende Produkte täglich auf solchen Märkten verkauft. Doch sind dies wirklich Originale? Man kann zweifelsfrei sagen, dass diese, zu „fast geschenkt Preisen“ angebotenen Waren zu 99% immer Kopien sind, die keineswegs die Qualität haben, die man von dem Original- Produkt zu erwarten hat.
An Flughäfen oder anderen Kontrollpunkten werden die Urlauber immer häufiger auf genau diese, so genannten Plagiate von Markendetektiven untersucht. Wird eines von diesen kopierten Produkten bei einem Urlauber gefunden, gilt dies keineswegs mehr als Bagatellfall.
Im besten Fall, verliert der Urlauber nur sein Souvenir. Führt er mehrere Plagiate mit sich, führt dies meist zu einer Anzeige und/ oder einer Geldstrafe, die bis zu 1 500 Euro betragen kann. Bei mehreren Produkten und im Widerholungsfalle, können auch Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren ausgesprochen werden.
Immer mehr Firmen und Unternehmen beauftragen den Zoll mit diesen Beschlagnahmungsanträgen. Bei diesen Anträgen wird vor allem auf solche Fälschungen der Originalprodukte geachtet. Seit dem Jahr 1995, in dem 68 solcher Anträge gestellt wurden, hat sich die Zahl vervielfacht. Im Jahr 2005 gab es 352 Anträge auf Beschlagnahmung und Untersuchung von unterschiedlichen Verdachtsfällen und –Personen.
Ein besonderes Augenmerk fällt dabei auf die Verkäufer von angeblichen Luxusuhren. Vor allem die Markenuhrenhersteller stellen immer mehr Beschlagnahmungsanträge, weil ihre hochpreisigen Artikel, die original meist Einzelstücke sind, kopiert und zu einem Tiefstpreis dem Kunden angeboten werden. Die Einbußen für die Hersteller gehen in die zweistellige Milliardenhöhe.
Rund 433 Firmen arbeiten derzeit in der Branche für Markendetektive, Tendenz ständig steigend. Nicht nur der Zoll geht auf die Jagd nach Markenkopien. Immer mehr Firmen, wie z. B. Louis Vuitton oder Adidas beschäftigen ganze Teams, die nur die Aufgabe haben, der Markenpiraterie auf die Schliche zu kommen und die Plagiate zu unterbinden. Viele große Firmen, haben in der heutigen Zeit schon Markenrechtsbeauftragte beschäftigt, die mit den Markendetektiven zusammenarbeiten. Bei rund 30 Milliarden Euro Schaden, ist es nachvollziehbar, dass die Firmen und Unternehmen auf der Jagd nach diesen Plagiatspiraten sind.
Eine andere Art von Plagiaten ist der Kontenklau. Die meisten Menschen wissen noch nicht wirklich, was sich dahinter verbirgt und was Sinn und Zweck der Sache ist. Unter Contenklau versteht man den Diebstahl von Textmaterial im Internet. Der Contentdieb verdient sein Geld damit, professionell und oft sogar automatisiert Artikel oder oft sogar ganze Webseiten zu kopieren und damit die Suchmaschinen zu füllen. Das hat für ihn den Nutzen, dass die damit zunehmenden Besucher auf seiner Webseite ihm mehr Werbeeinnahmen bringen.
Bild: sexcamp-graphics
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