Sind die Texte einzigartig? Sind Passagen oder auch nur einzelne Teilsätze aus anderen Quellen, ohne entsprechenden Hinweis, übernommen worden? Wurden bestehende Urheberrechte verletzt oder ist der Text gar frei von Rechten? Diese Fragen stellen sich fast alle Webseitenbetreiber alltäglich, publizieren sie doch in ihrem eigenen Namen. Aktuell sieht man an der öffentlichen Diskussion über die Dissertation zu Guttenbergs das Dilemma der Textverantwortlichen. Wie kontrolliere ich Auftragstexte für meine Webseite?
Sogenannter Duplicate Content ist mittlerweile zu einem führenden Reizwort im Internet geworden. Ein schwerwiegendes Problem liegt in den leicht kopierbaren Inhalten von Webseiten. Ob durch Auslesen von abonnierten Feeds, reines Anwenden von copy und paste oder gleich ganzes Abspeichern von Webseiten und deren Unterseiten, die Möglichkeiten des Datendiebstahls sind vielfältig und zudem technisch anspruchslos. Da auch Suchmaschinen nicht an doppelten Inhalten interessiert sind, droht auch von dieser Seite Gefahr. Erkennt Google mehrfach vorhandenen Inhalt, werden die betreffenden Seiten aus dem Index verbannt. Das kann für ehrliche Seitenbetreiber sehr unangenehm werden, erfolgt die Verbannung doch automatisiert und trifft dann den Falschen. Demzufolge sollten Betreiber von Webseiten ein erhebliches Augenmerk auf diese Problematik haben. Für die Verteidigung und Sicherstellung des eigenen Contents gibt es mehrere Ansätze.
Einfache Schutzmaßnahmen für die eigene Webseite
Das Verhindern einfacher Kopiervorgänge hinsichtlich der selbst veröffentlichten Texte und Bilder ist zwar technisch möglich (Deaktivieren der rechten Maustaste, Überlagern der Grafiken mit transparenten Schutzbildern etc.), diese Maßnahmen erschweren den „normalen“ Usern das Handling mit der Webseite und werden von den „gewieften“ Usern geschickt umgangen.
Sehr viel effektiver ist die Abwehr von Content sammelnden robots. So kann man bekannten Bots in der Datei robots.txt den Zugang zu den eigenen Seiten verwehren. Aktuelle Listen der gerade aktiven Contentsammler oder Contentfarmen lassen sich einfach im Netz finden. Es ist jetzt bekannt, daß Google Änderungen im Suchalgorithmus vorgenommen hat, die verstärkt minderwertige Inhalte von Contentfarmen, die durch geschickte Keywortplatzierungen weit vorne in Suchergebnissen stehen, herausfiltert.
Digitale Fingerabdrücke
Um dem Auslesen selbst generierter Feeds zuvor zu kommen, bieten sich mehrere Vorgehensweisen an. Der Feed kann für externe Abonnenten in eine Lese-Kurzform eingestellt werden. Alternativ kann man auf erprobte Methoden der Großen zurückgreifen. Verwenden die großen Suchmaschinen in ihren Suchindexen elektronische Wiedererkennungsmarken, so steht diese Schutzmethode auch dem einzelnen Webseitenbetreiber zur Verfügung. Erweitert man den Feedbeitrag um einen digitalen Fingerabdruck, bleibt dieser nach Indexierung in den Suchmaschinen leicht auffindbar und kann gezielt gesucht werden. Auch die IP-Adresse von Feedlesern lässt sich mittlerweile archivieren. Entsprechende Zusatzprogramme lassen sich über die einschlägigen Suchmaschinen leicht finden. Es gibt kostenlose Plugins für WordPress Blogs die die Feed mit diesen Schutzmerkmalen versehen, sowie bei der Suche nach duplicate-content hilft. Der Digitale Fingerabdruckscode wird durch verschiedene Dienste wie Goole Blog Search, Copyscape und andere bekannte Dienste die helfen Plagiate zu finden.
Selbst veröffentlichte Bilder können ebenfalls mit eindeutigen und im Netz auffindbaren Kennzeichnungen versehen werden. Entweder versieht man das Material selbst mit den Informationen oder man beauftragt externe Dienstleister mit dieser Aufgabe. Die regelmäßige Überprüfung kann man diesen Unternehmen ebenfalls kostenpflichtig überlassen.
Software für die eigene Webseite
Neben Tools für die Optimierung eigener Feeds gibt es eine ganze Reihe selbst erstellter Plug-ins und Zusatzprogramme von ebenfalls schutzbedürftigen Seitenbetreibern. So verhindert das kleine Programm Framebreaker die beliebte Methode des „Einframen“ von Webseiten. Der Content wird dabei nicht einzeln kopiert, der komplette Inhalt der eigenen Webseite wird bei der Zielseite innerhalb eines eigenen Frames wiedergegeben und damit komplett entwendet.
Regelmäßige Kontrolle im Web nach Duplicate Content
So kann auch der gezielte Einsatz von speziellen Suchtools bei dem weltweiten Auffinden von eigenen Inhalten helfen. Ob das gebührenpflichtige Copyscape, das kostenlose Fairshare oder andere Programme genutzt werden, gespiegelte Inhalte werden mit diesen Tools schnell sichtbar gemacht.
Rechtliche Möglichkeiten im Falle eines Diebstahls
Bei der rechtlichen Verfolgung von Contentdiebstahl ist in erster Linie der Beweis der eigenen Urheberschaft anzutreten. In jedem Fall sollte man mit anwaltlichem Schutz die Gegenpartei abmahnen lassen und gegebenenfalls Schadensersatz einfordern. Werden auf der Seite mit Ihren gespiegelten Inhalten Werbebanner oder Affiliate-Programme platziert, nehmen Sie direkt mit deren Betreibern Kontakt auf und informieren Sie diese über das verletzte Urheberrecht.
Author: Johann Kulcsar, hoopo.de
Bild: MacX – Fotolia.com
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